Die Clownfigur

Die englische Bezeichnung „Clown“ entwickelt sich aus dem französischen Begriff „colon“ oder auch „claune“, was ins Deutsche übersetzt „Bauerntölpel“bedeutet
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann der Einzug des Clowns in die
Zirkusmanege.
Mit seiner roten, auffälligen Nase drückt der Clown aus, dass er sich nicht an die Kategorien von Macht und Ohnmacht hält. Er nimmt die Identität eines nverschämten Kindes an, wobei die Sphäre des Erwachsenseins gänzlich ausgeklammert wird. Er benimmt sich töricht und lässt sich nicht belehren. Er steht immer wieder auf und versucht es aufs Neue - mit einem selbstüberzeugten Lachen auf dem Gesicht. Der Clown ist unvollkommen wie ein kleines Kind und er entdeckt die Umgebung mit den staunenden Augen des Kindes in ihm. Er zeigt wie er sich fühlt, wovor er Angst hat und was er mag.

…nicht zufällig ist der Clown für die meisten Kinder ein Freund. Er stellt die Welt auf
den Kopf, kämpft gegen Hierarchien und Autoritäten, macht Fehler und versucht sie
zu vertuschen, benimmt sich oft schlecht und kriegt eine aufs Dach, scheitert und
findet doch immer einen Ausweg, auch wenn die Situation noch so brenzlig ist. Das
schafft sehr viele Möglichkeiten, sich mit dem Clown zu identifizieren.

Weiter leidet der Clown wie das Kind an zahllosen Schwächen und Unzulänglichkeiten und die Erwachsenen erscheinen ihnen dabei allwissend und
Übermächtig. Beide hegen den Wunsch, den allmächtigen Erwachsenen ein
Schnippchen zu schlagen, sich gegen ihre Autoritätsansprüche aufzulehnen und etwas Verbotenes zu tun.
Das Geheimnis des Zaubers ist, dass es dem Clown als Erwachsenem gelungen ist, ein Kind zu bleiben, ein großes Kind, ein kindlicher Großer. Deshalb besitzt er die Fähigkeit Brücken zu bauen zwischen der Kinder- und der Erwachsenenwelt. Mit seinem Scheitern macht der Clown Mut, da er nie aufgibt. Er verkörpert das Prinzip Hoffnung, aber auch das Prinzip Wahrhaftigkeit, weil er seine Schwächen öffentlich zur Schau trägt. Seine Dummheit erlaubt es dem Clown die Wahrheit zu sagen und Dinge anzusprechen, die in der Erwachsenenwelt mit Tabus belegt sind.

Philosophie

Der Grundgedanke, der die Arbeit der Cliniclowns leitet, ist kranke und
leidende Menschen , unter Berücksichtigung ihres
individuellen Zustandes, regelmäßig durch Einsatz von Humor zu betreuen.

Es gibt keine Gebrauchsanleitung für das Spiel der Clowns. Sie improvisieren, agieren spontan und müssen sich individuell auf jedes Kind und seine spezielle Situation einstellen. Manchmal wird hemmungslos gelacht und gescherzt, dann gleicht das Krankenzimmer einer Zirkusmanege. Manchmal sind die Clowns aber auch leise und zurückhaltend und spenden Trost durch liebevolle Zuwendung.
Das Wichtigste, das ein Clown ins Krankenzimmer mitbringen kann, ist seine
Persönlichkeit:

Denn „Clown-Sein“ ist Lebensaufgabe, Berufung, die Befähigung, sich ganz auf den
Augenblick einzulassen und die bedingungslose Bereitschaft, Liebe und Freude zu
spenden.
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 "Wir müssen die Menschen innerlich berühren. Jedes Kind, jeder Erwachsene reagiert anders,
jede Situation ist neu. Alles, worauf wir in diesem Moment zurückgreifen können, ist
unser Gespür. Wir machen Kunst für den Augenblick."